Geschichte & Entstehung des Ayurveda Ayurveda Kategorien
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Entstehung und Bedeutung

Die ersten Grundlagen des Ayurveda gehen auf die Veden zurück, die zu den ältesten philosophisch-spirituellen Schriften der Welt zählen.

Den Kern der Veden bilden die Offenbarungen, die von Weisen gehört wurden und lange Zeit mündlich überliefert wurden. Erst um das 5. Jhd. n.Chr. wurden sie schriftlich festgehalten und noch heute sind sie von großer Bedeutung. Die Veden werden unterteilt in die Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Adharva Veda. Ayurveda stellt den medizinischen Zweig der vedischen Literatur dar und wird der Adharva Veda zugeordnet.

Laut dieser hat  Brahma, der Schöpfer des Universums in der indischen Philosophie, Ayurveda geschaffen und diese Lehre durch Götter und Heilige auf die Erde gesandt. Die erste Blütezeit erlebte die indische Gesundheitslehre um 1500 v. Chr. mit dem Standardwerk Caraka-Samhita, benannt nach dem großen ayurvedischen Arzt Caraka.

 

Samhitas sind Sammelwerke, die Materialien aus unterschiedlichen Epochen beinhalten in einer frühen Form des Sanskrit, dem nach dem Veda benannten Vedischen geschrieben worden sind. Jeder der vier Vedas hat seine eigene Samhita.

Die Caraka-Samhita ist das älteste der insgesamt 3 Werke, welches die wichtigsten Grundlagen des Ayurveda darstellt und auf das sich noch heute die Ayurveda-Ärzte stützen. Mindestens vier Autoren waren an diesem Werk, indem sich die ersten Grundlagen der inneren Medizin finden, beteiligt.

Die Susruta-Samhita ist das zweite Werk und beläuft sich auf den ayurvedischen Arzt Susruta. Das Werk beschreibt die chirurgische Tradition der indischen Medizin und besteht aus sechs Büchern und 184 Kapitel.

Das dritte und jüngste Werk der Trilogie ist die Ashtanga-Hridaya des buddhistischen Mönchs Vaghbata, der die beiden großen Standardwerke von Caraka und Susruta zu einem neuen medizinischen Werk zusammenfasste.

Alle Texte beschreiben weiterhin eine Aufteilung in acht eigenständige Bereiche der Medizin im Ayurveda: Innere Medizin, Frauen- und Kinderheilkunde, Hals-Nasen-Ohren- und Augenheilkunde, Psychiatrie, Chirurgie, Toxikologie, Gesundheitsförderung, Revitalisierung und Sexualmedizin.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es neben diesen drei großen Standardwerken auch noch drei kleinere gibt, welche allerdings in einer viel späteren Zeit geschrieben worden sind (12.–16. Jahrhundert n. Chr.). Dies sind: Madhava Nidan, Sharangdhara Samhita und Bhava Prakasha.


Die indische Gesundheitslehre erlebte jedoch ihr goldenes Zeitalter erst mit dem Aufkommen des Buddhismus um 600 v. Chr. Es entstanden unter Kaiser Ashoka im heutigen indisch-pakistanischen Siedlungsraum zahlreiche ayurvedische Universitäten und Krankenhäuser.

Die Blütezeit der ayurvedischen Medizin endete plötzlich, als die Mohammedaner um 1000 v.Chr. begannen große Teile Indiens zu erobern. Universitäten und Krankenhäuser verschwanden unter der islamischen Herrschaft und die ayurvedische Medizin verlor immer mehr an Bedeutung.

Nach der islamischen Unterdrückung folgte die 200-jährige englische Kolonialherrschaft, die die moderne Schulmedizin wurde nach Indien brachte. Es wurden entsprechende Universitäten etabliert und die noch vorhandenen Institute geschlossen.

Erst mit Mahatma Gandhi, der die nationale Bewegung in Indien führte, konnten in den 20er Jahren die ersten Hochschulen wieder entstehen. Nach der Unabhängigkeit Indiens wurde die ayurvedische Medizin wieder als offizielles Medizinsystem von der indischen Regierung unterstützt. Heute bestehen über hundert staatliche und private Institutionen und neben der modernen Medizin wird auch Ayurveda als Universitätsstudium zur Erlangung eines Doktortitels angeboten.

Die ayurvedische Lehre faszinierte jedoch nicht nur indische Ärzte und medizinische Gelehrte, sondern auch Hippokrates, den wichtigsten Vertreter der altgriechischen Heilkunde.
Ebenso wurde die medizinische Entwicklung im asiatischen Raum beeinflusst und die vedische Lehre wurde die Grundlage tibetischer und chinesischer Heilmethoden.