Die Dosha-Lehre
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Allgemeines
Die drei Doshas stellen das zentrale Erklärungsmodell des Ayurveda dar und basieren ursprünglich auf der Lehre der fünf Elemente, die eine große Ähnlichkeit mit der Elementlehre des Aristoteles aufweist. Nach dieser Theorie besteht das Universum und somit auch jedes Lebewesen aus den fünf Elementen: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum.
Nach ayurvedischer Auffassung ist ein Mensch dann gesund, wenn seine körperlichen Funktionen wie sein Stoffwechsel, seine Verdauung, sein Gewebe und seine Ausscheidungen im Gleichgewicht sind und wenn sich seine Seele, seine Sinne und sein Geist in einem stabilen Zustand inneren Glücks befinden. Die körperlichen und seelisch-geistigen Funktionen werden von den drei Bioenergien, den Doshas, gesteuert.
Nach ayurvedischer Auffassung verdichten sich die fünf Elemente im lebendigen Organismus des Menschen zu den drei Dosha Vata, Pitta und Kapha.
Die Elemente sind die materielle Basis für alles Leben und die Doshas die Träger dieser Lebenskraft, die sich aus diesen Elementen heraus manifestieren. Jeder Mensch vereint diese Kräfte, die verantwortlich für die Aufrechterhaltung der seelisch-geistigen und körperlichen Funktionen sind, in einer unterschiedlichen Anordnung.
- Vata leitet sich aus den Elementen Raum und Luft ab und ist verantwortlich für alle Bewegungsabläufe im Körper, steuert das Wachstum, regelt die Aktivität des Geistes und der Sinnesorgane und kontrolliert ebenso die beiden anderen Lebensenergien Pitta und Kapha.
- Pitta leitet sich aus dem Element Feuer ab und ist zuständig für die Aktivitäten des Verdauungssystems, des Stoffwechsels und für die Regelung des Wärmehaushalts.
- Kapha setzt sich aus den beiden Elementen Wasser und Erde zusammen und ist für die Strukturen der Körper und den Flüssigkeitshaushalt verantwortlich.
Die Doshas und ihre Zusammensetzung

Die drei Doshas sind weder sichtbar noch mit den Sinnen erfassbar, sondern kommen nur in geistigen und körperlichen Merkmalen des Menschen zum Vorschein. Sie stehen bei jedem Individuum in einem bestimmten und einzigartigen Verhältnis zueinander.
Sind alle drei Doshas voll funktionstüchtig und arbeitet ihr Zustand reibungslos herrscht im Organismus Ausgeglichenheit, die sich in Gesundheit äußert. Durch die Aufrechterhaltung dieses Idealzustandes, wird die Krankheitsbildung verhindert und die Vitalität gesteigert. Vollkommene Gesundheit wird erreicht, wenn sich alle Kräfte in einem Gleichgewicht befinden.
Die Verteilung der drei Bioenergien ist jedoch in jedem Menschen verschieden, wobei das jeweils vorherrschende Prinzip die Konstitution des Menschen prägt. Im Ayurveda sind körperliche Eigenschaften Hauptmerkmal der Konstitution. Diese erlaubt Aussagen über die individuelle Krankheitsanfälligkeit und erklärt die jeweiligen Reaktionen auf Ernährung, Sinneseindrücke und Lebensumstände.
Mit Prakriti wird die Grundkonstitution genannt. Sie ist Ausgangspunkt des Lebens und bezeichnet das ursprüngliche Verhältnis der Doshas seit dem Lebensbeginn.
Verantwortlich für die Entstehung der Grundkonstitution sind wichtige Faktoren wie die Anlagen und Einflüsse vor der Geburt und der Gebärmutter sowie Ernährung, die Lebensweise und Prägung direkt nach der Geburt. Von dieser Betrachtungsweise ausgehend wird deutlich, dass die Energien unsere Konstitution, beispielsweise das äußere Erscheinungsbild, die Funktionsweise der inneren Organe, die intellektuellen Fähigkeiten usw., bestimmen.
Jedem Menschen kann entsprechend der Dosha-Eigenschaften ein Konstitutionstyp zugeordnet werden, wobei Reinformen eines Typs eher selten vorkommen. Bei den meisten Menschen finden sich Elemente von zwei oder drei Doshas, so dass zu den Reinformen noch folgende Kombinationen: Vata-Pitta, Pitta-Kapha, Vata-Kapha und Vata-Pitta-Kapha hinzukommen.
Die Bestimmung des Dosha-Gefüges wird im Ayurveda nicht in gute oder schlechte Qualität eingestuft, sondern neutral bewertet. Jeder Konstitutionstyp weist Stärken und Schwächen auf.
Die Konstitution verändert sich, wenn die Doshas auf Grund von äußeren Einflüssen oder bestimmten Erfahrungen aus dem Gleichgewicht geraten.
Tageszeiten, Jahreszeiten und Wetter, aber auch der emotionale Zustand und die Ernährung können dabei eine Rolle spielen. Der ursprüngliche Prakriti-Zustand entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem Vikriti-Zustand, der das aktuelle Dosha-Gefüge und das eventuell bestehende Ungleichgewicht darstellt.
Durch diese Wandlung werden emotionale, körperliche und geistige Beschwerden ausgelöst. In der ayurvedischen Lehre ist das Ungleichgewicht der Doshas der Auslöser für Krankheit, Leid und Unglück. Wenn die Doshas sich für eine längere Zeit im Ungleichgewicht befinden oder sie sehr stark gestört sind, dann werden sie zu toxischen Substanzen, die aus dem Körper entfernt werden müssen.
In der ayurvedischen Lehre gilt eine Person nicht erst als erkrankt, wenn die Symptome einer Krankheit auftreten, die im schlimmsten Fall nicht mehr oder nur mit stärkeren Medikamenten rückgängig gemacht werden können, sondern sobald die krank machenden Ursachen eintreten.
Krankheitsentstehung
| 1. Negative Einflüsse unterschiedlicher Art sorgen dafür, dass sich ein oder zwei Dosha verstärkt ansammeln. | 2. Durch die Erhaltung der störenden Einflüsse, nimmt das bereits entstandene Ungleichgewicht zu. | |
| 3. Die lokal begrenzte Dosha Störung verteilt sich ebenfalls auf andere Bereiche des Körpers. |
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| 4. Bedingt durch die Zirkulation im Organismus, kommt es zur Ablagerung des Dosha. | 5. Das Auftreten erster leichter Krankheitssymptome in den Körperbereichen, in denen sich das Dosha abgelagert hat. | |
| 7. Entwicklung einer chronischen Krankheit. | 6. Entwicklung einer akuten gesundheitlichen Störung. |
Im Einklang mit Prakriti zu leben ist somit eines der wichtigsten Ziele der ayurvedischen Heilkunde. Um einem dauerhaften Ungleichgewicht vorzubeugen, will Ayurveda zeigen, wie durch eine vernünftige Lebensweise und Ernährung, Krankheiten gar nicht erst entstehen bzw. geheilt werden können.
Um den Konstitutionstypen ermitteln zu können, bedarf es einer sorgfältigen Wahrnehmung der Dosha-Eigenschaften auf körperlicher und geistig-seelischer Ebene. Hierzu müssen vorerst die wesentlichen Merkmale der einzelnen Doshas bekannt sein. Die Bestimmung des Konstitutionstypen, die mit der Wahrnehmung der Dosha-Eigenschaften einhergeht, ist zunächst die Voraussetzung für eine Diagnose der Krankheit und ihre Behandlung.
Test zum Download:
Das Vata-Prinzip
Merkmale für ein ausgeglichenes Vata-Dosha
Seelisch-geistige Ebene: positive Grundstimmung, klarer und wacher Kopf, spontanes Handeln und flexibles Anpassen
Körperliche Ebene: perfektes Funktionieren der Gedärme und der Harnwege, ausgezeichnete Vitalität und Immunität, fester Schlaf
Körperliche Ebene: perfektes Funktionieren der Gedärme und der Harnwege, ausgezeichnete Vitalität und Immunität, fester Schlaf
Anzeichen für ein gestörtes Vata-Dosha
Seelisch-geistige Ebene: Ängstlichkeit, Rastlosigkeit und Besorgnis
Körperliche Ebene: raue, trockene Haut, Verstopfung und Blähung, Gewichtsverlust
Körperliche Ebene: raue, trockene Haut, Verstopfung und Blähung, Gewichtsverlust
Ursachen für eine Vata-Störung
überhöhter Genussmittelkonsum, Unterdrückung natürlicher Grundbedürfnisse, psychische Belastungen
Das Pitta-Prinzip
Merkmale für ein ausgeglichenenes Pitta-Dosha
Seelisch-geistige Ebene: innere Ruhe und Zufriedenheit, hohes Energieniveau, starker Intellekt
Körperliche Ebene: ausgezeichnete Verdauung, glänzender Teint, beweglicher Körper
Körperliche Ebene: ausgezeichnete Verdauung, glänzender Teint, beweglicher Körper
Anzeichen für ein gestörtes Pitta-Dosha
Seelisch-geistige Ebene: häufige Aggressivität, Reizbarkeit und Kritiksucht, Sturheit und Rücksichtslosigkeit
Körperliche Ebene: starkes Schwitzen, Entzündungen und Hautkrankheiten, mangelhafte Verdauung und schlechte Leberfunktion, starke Hunger- und Durstgefühle
Körperliche Ebene: starkes Schwitzen, Entzündungen und Hautkrankheiten, mangelhafte Verdauung und schlechte Leberfunktion, starke Hunger- und Durstgefühle
Ursachen für eine Pitta-Störung
Ärger, scharfe, saure oder salzige Speisen, Fasten, starke Sonneneinwirkung und Hitze
Das Kapha-Prinzip
Merkmale für ein ausgeglichenes Kapha-Dosha
Seelisch-geistige Ebene: stabiler Geist, liebevolles und versöhnliches Wesen, Mut und Vitalität
Körperliche Ebene: körperliche Stärke, kräftige Gelenke, wohlproportionierter Körperbau
Körperliche Ebene: körperliche Stärke, kräftige Gelenke, wohlproportionierter Körperbau
Anzeichen für eingestörtes Kapha-Dosha
Seelisch-geistige Ebene: Motivationsmangel, geringes geistiges Aufnahmevermögen, Lethargie und Depressionen
Körperliche Ebene: starke Kälteempfindlichkeit, Schwerfälligkeit, Erkrankungen der Atemwege und Neigung zu Allergien
Körperliche Ebene: starke Kälteempfindlichkeit, Schwerfälligkeit, Erkrankungen der Atemwege und Neigung zu Allergien
Ursachen für eine Kapha-Störung
mangelnde Bewegung, schwere Speisen, kalte und feuchte Witterung
Um die Balance der Doshas wiederherzustellen genügen oft schon kleine Veränderungen in der Ernährungs- und Lebensweise. Daneben können verschiedenartige Therapien hilfreich sein, um Krankheiten vorzubeugen, sich intensiv zu erholen oder aber die Gesundheit wieder zu erlangen.















